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Schalomtage

Die Schalomtage finden jedes Jahr um den 9. November herum statt. Dem Tag, an dem in vielen Städten in Deutschland am 1938 jüdische Synagogen mutwillig verbrannt wurden.

Im Gedenken an die schrecklichen Ereignisse der Geschichte, die Deportation der jüdischen Bevölkerung und die Zerstörung der Synagoge werden jährlich die "Schalomtage" veranstaltet.

Die Schalomtage werden vom "Arbeitskreis Schalom" vorbereitet, der sich im Laufe des Jahres trifft. Das Programm erscheint meistens etwa im September d.J..

 

Schalom-Tage 2017

 

Montag, 30.10.2017, 18.00 Uhr

Galerie Schranne 

„Josel von Rosheim“

Eröffnung der Sonderausstellung „Josel von Rosheim – zwischen dem Einzigartigen und Universellen über das Leben und Wirken einer herausragenden jüdischen Persönlichkeit des16. Jahrhunderts

 

Dienstag, 31.10.2017, 14.00 Uhr

Galerie Schranne 

„Wer hat Angst vorm Joselmann?“

Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung „Josel von Rosheim“ mit Dr. Michael Koch

 

Sonntag, 5.11.2017, 14.00 Uhr

Museum zur Geschichte von Christen und Juden

„Die Zerstörung jüdischen Lebens im Nationalsozialismus und die Deportation der Juden aus Laupheim“

Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung mit Daniela Barth

 

Mittwoch, 8.11.2017, 18.00 Uhr

Kirche der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde

Neve Hanna  ein außergewöhnliches Kinderheim in Israel“

Vortrag mit Dr. Dagmar Bluthardt und Dr. Joachim Hahn

 

Donnerstag, 9.11.2017, 18.00 Uhr

Jüdischer Friedhof – Ernst-Schäll-Platz 

Gemeinsames Gedenken an die Zerstörung der Laupheimer Synagoge 1938

Anschließend Lichterprozession zum Gedenkstein am Platz vor der ehemaligen Synagoge. Gestaltung: Arbeitskreis Schalom-Tage

 

Sonntag, 12.11.2017, 14.00 und 15.30 Uhr

Jüdischer Friedhof – Haus am jüdischen Friedhof

Öffentliche Führung

Gang über den jüdischen Friedhof mit Rolf Emmerich und Christoph Schmid. Um Anmeldung zum jeweiligen Termin wird gebeten unter 07392 968000 oder museum@laupheim.de.

Das Haus am jüdischen Friedhof hat von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

 

 

 

Text

 

„Wenn einer auf solche Weise sündigt, muss er alles zurückgeben: was er geraubt oder durch Erpressung gewonnen hat, was ihm anvertraut wurde, was er gefunden hat oder was er durch Meineid an sich gebracht hat. Alles muss er vollständig erstatten.“ 

3. Buch Mose, Kapitel 5, Verse 23 und 24

 

Das Alte Testament spricht an dieser Stelle von Schuld, Versöhnung und Wiedergutmachung. Die Schalom-Tage, die seit vielen Jahren in Laupheim stattfinden, zeugen von Frieden und Versöhnung. Zur Versöhnung gehört auch Vergebung. Und zur Vergebung braucht es als Grundlage eine Form der Wiedergutmachung. Das war nicht nur zu Zeiten des Alten Testaments so, sondern das gilt im geistlichen Sinne auch bis heute. Was aber wenn das Unrecht übermäßig groß ist? Kann man solches Unrecht und Unheil überhaupt wiedergutmachen?

1952 schloss die Bundesrepublik Deutschland mit Israel auf der Jewish Claims Conference ein Abkommen. Es sah vor, dass Leistungen in Höhe von 3,45 Milliarden DM als Wiedergutmachung für das dem Volk Israel im Dritten Reich angetane Unrecht, aber auch zum Aufbau des jungen Staates Israel und zur Unterstützung Not leidender jüdischer Überlebender in aller Welt gezahlt werden sollten. Gleichzeitig begann man in Deutschland, gesetzliche Regelungen für individuelle Entschädigungen zu entwickeln, die aber häufig an deutscher Bürokratie, an alten NS-Seilschaften und an der Sprachlosigkeit vieler Opfer scheiterten. Unzählige NS-Opfer lebten bis an ihr Lebensende zwar in Freiheit, litten jedoch an tiefer Armut und seelischer Not und Einsamkeit.

Wiedergutmachung scheint nicht wirklich möglich – nicht mit 3,45 Milliarden DM und auch nicht mit individuellen Hilfen. Das seelische Leid, das Trauma der Überlebenden konnte und kann kein Geld der Welt ungeschehen oder wieder gut machen. Gerade deshalb freuen wir uns, dass Joachim Hahn und Dagmar Bluthardt uns in diesem Jahr das Projekt „Children’s Home Neve Hanna“, ein Kinderheim in Israel, vorstellen. Neve Hanna wurde als Anerkennung seines Engagements für die Verständigung zwischen Juden, Christen und Muslimen mit der „Goldenen Taube des Friedens“ ausgezeichnet – ein kleiner, aber wertvoller Beitrag zur Versöhnung und Wiedergutmachung zwischen Menschen.

Zu diesem Vortrag und allen weiteren Veranstaltungen lädt der Arbeitskreis Schalom-Tage sehr herzlich ein.