Beim Spazierengehen in der Fußgängerzone von Cuxhaven begegne ich ihm. Da sitzt er mit einer Querflöte in der Hand, sein Fahrrad mit langem Anhänger, in dem seine ganzen Habseligkeiten gelagert sind, steht neben ihm. Ein Obdachloser – und als ich ihn so sehe, fängt mein Gehirn an zu arbeiten.

Voll von Vorurteilen und Fragen, die mir durch den Kopf gehen. Wie geriet er in die Obdachlosigkeit? ist er sozial abgestürzt, vielleicht sogar kriminell, ist er Alkoholiker oder rauchgiftabhängig? Kann es sein, dass er unverschuldet in diese Situation gekommen ist? Fragen über Fragen, die mich gedanklich beschäftigen.
Und dann sehe ich es – ein Schild auf dem steht: „Obdachlos! Aber nicht hoffnungslos!“ und darunter steht: „Jesus lebt!“.

Ich bin neugierig geworden und will mehr über diese Person erfahren, deshalb habe ich mich ein paar Minuten mit ihm unterhalten. Ich habe von ihm erfahren, dass sein Glaube ihn trägt, obwohl er obdachlos ist, und dass sein Glaube an Jesus ihm in seinem Leben wichtig geworden ist. Er fühlt sich wohl mit seinem Lebensstil, weil er sich erstens frei fühlt und nicht an viele Zwänge gebunden ist und zweitens, weil er durch seinen Glauben Kraft bekommt und sagen kann: Ich bin glücklich, ich habe meinen inneren Frieden gefunden.
Seine Gedanken über seine Zukunft, auch über den Tod hinaus, hat er ja auf dem Schild beschrieben:
Obdachlos! Aber nicht hoffnungslos!
Jesus sagte einmal:
Glaubt an Gott und glaubt an mich! In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf dass auch ihr seid, wo ich bin. (Matth. 14,1b-3)
Welch eine Hoffnung, auch wenn wir hier obdachlos und heimatlos sind, auch wenn wir Haus und Hof verloren haben, auch wenn es uns an Wohnraum mangelt. Auch wenn wir uns fremd fühlen und nicht zuhause, da wo wir leben.
Jesus hat uns zugesagt, wenn wir an ihn glauben, wird er uns einmal bei seinem Vater, eine Wohnung vorbereiten und zur Verfügung stellen.
Dankbar dürfen wir sein, wenn uns Gott schon hier auf Erden Wohnungen gegeben hat. Und wir sollten, wenn wir es können, uns darum sorgen für andere Wohnraum bereit zu stellen, indem wir Menschen in unsere Wohnungen aufnehmen, für Unterkünfte sorgen oder sie finanziell unterstützen. Geben wir Menschen eine Möglichkeit sich zuhause zu fühlen.
Peter Nachtigal
