Im letzten Monat konnte man wieder sehr viele Maskenträger sehen. Diesmal wurden die Masken allerdings nicht aus gesundheitlichen Gründen getragen. Es waren Masken, die man zu Faschingskostümen trägt. Fasching wird in manchen Regionen auch Fasnacht oder auch Karneval genannt.
Ich habe mich gefragt: Warum verwenden Menschen eigentlich Masken.
Nun die „gesundheitliche“ Maske wird zum Schutz für sich selbst und auch für andere getragen. Schon im 17. Jahrhundert versuchte man mit so genannten Pestmasken (Schnabelmasken) sich vor der Pest zu schützen, indem man in den „Schnabel“ der Maske Kräuter und Schwämme einlegte, war jedoch nicht erfolgreich damit.
In einem Pantomimenkurs, den ich absolvierte, arbeiteten wir auch mit Masken. Wenn man die Maske aufsetzte, konnte man relativ schnell feststellen, dass man sich selbst gut verstecken konnte. Denn die anderen konnten nicht erkennen, wie man sich gerade fühlte. Ein zweiter Effekt war, dass man sich sehr viel freier bewegte, man konnte aus sich herausgehen. Man konnte freier tanzen, obwohl dies gar nicht so mein Ding ist. Man bewegte die Arme wild, sprang befreiter durch den Raum. Und obwohl die Personen mich kannten, wie ich eigentlich wirklich war, nahmen sie mich plötzlich ganz anders wahr.
Man konnte sehr schnell die Hauptgründe für eine Maskierung in dieser Übung erkennen.
Zum einen: Man baut einen Schutz auf, versteckt sich hinter einer Maske, dass der andere nicht erkennt, wie man wirklich ist, Man verbirgt etwas. Man will sich nicht zu erkennen geben. Nach außen hin zeigt man sich so, als ob alles in Ordnung ist, obwohl es in einem selbst drin ganz anders aussieht.
Zum anderen: Man möchte gerne anders sein. Durch das Aufsetzen der Maske fühlt man sich plötzlich freier und stärker und tut Dinge, die man sonst nicht tun würde, oder man begibt sich in eine Rolle, und stellt dar, wer man gerne sein würde.

Hier im Bild sieht man eine Maske eines Weißkopfseeadlers. Wer hat es sich nicht schon gerne mal gewünscht zu fliegen. Vielleicht sogar als Adler immer höher und höher hinaus. Alles im Überblick haben. Von oben auf die anderen herunterschauen. Welch eine Weite eröffnet sich dort oben. Etwas sein, was man nicht ist.
Man trägt also Masken, um sich zu schützen: Schutz aus gesundheitlichen Gründen und auch Schutz aus Angst vor Verlust des eigenen „Gesichtes“. Sehen die anderen sonst vielleicht meine Schwächen, meine Gedanken oder auch meine wirklichen Absichten.
Und man trägt Masken, um anderen etwas vorzumachen. Man zeigt sich in einer Rolle, um besser und stärker dazustehen.
Wem wollen wir eigentlich etwas vormachen. Oft ist es doch so, dass sehr schnell die Maske fällt und es tritt offensichtlich hervor, wer man wirklich ist.
Wem wir wirklich nichts vormachen können, ist unserem Schöpfer selbst.
Der ganze Psalm 139 beschreibt, dass Gott uns durch und durch kennt:
Vers 7: Wo sollte ich hingehen vor deinem Geist, und wo sollte ich hinfliehen vor deinem Angesicht?
Vers 16 Deine Augen sahen mich schon als ungeformten Keim, und in dein Buch waren geschrieben alle Tage, die noch werden sollten, als noch keiner von ihnen war.
Gott kennt uns und bei ihm sind wir sicher, auch ohne eine Maske aufzusetzen. Suchen wir doch Schutz bei Ihm und sagen mit dem Psalmisten:
Verse 23 + 24 Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine; und sieh, ob ich auf bösem Weg bin, und leite mich auf dem ewigen Weg!
Peter Nachtigal
