Wenn wir unterwegs sind, so haben wir uns in der Regel ein Ziel ausgesucht, das wir ansteuern.

Und dann passiert es hin und wieder (wie im Bild zu sehen), dass wir durch irgendein Ereignis auf der Straße eine Umleitung fahren müssen. Es dauert dann etwas länger, bis wir ans Ziel gelangen. Im übertragenen Sinne findet dies auch oft genug in unserem Leben statt. Wir haben ein Ziel, aber durch irgendwelche Umstände werden wir vom direkten Weg dahin über eine Umleitung geführt.
Im zweiten Bild kommt es durch die Umleitung sogar zu einer Umkehr. Ich muss die gleiche Strecke, die ich gekommen bin, wieder zurückfahren.

Auch das kann in unserem Leben vorkommen. Um das Ziel zu erreichen, müssen wir uns um 180 Grad drehen, umkehren, um uns dann wieder neu zum Ziel hin zu orientieren.
In der Bibel habe ich genau diesen Vorgang beim „Verlorenen Sohn“ gefunden. Das Ziel war eigentlich beim Vater zu bleiben, um später einmal das Erbe zu erhalten. Doch der Sohn suchte einen schnelleren Weg. Er ließ sich das Erbe im vorab schon auszahlen. Zuerst verschleuderte er es und dann kam noch eine Hungersnot dazu. Auf seinem Lebensweg gab es so manche Umleitung, die ihn wieder zu seinem Ziel zurückbringen sollte, aber es dauerte, bis er die Einsicht zur Umkehr hatte.
In unserem Leben sollte unser Ziel sein, uns in Gottes Nähe zu begeben, Gott selbst sollte unser Ziel sein. Doch wie das Leben so spielt, bringt uns der Alltag oft auf Abwege, auf Nebenstrecken, auf Umleitungen und manchmal auch auf Strecken, die uns von Gott wegführen. Da gilt es tatsächlich, dass wir uns überlegen, ob eine Umkehr nicht mehr Sinn macht, um uns dem Ziel anzunähern und es schlussendlich zu erreichen.
Der verlorene Sohn hat es richtig gemacht. Er ging in sich und überlegte, dass das eigentliche Ziel – beim Vater zu sein – der bessere Weg ist. Er gelangte durch die Umleitungen zur Umkehr und damit ans eigentliche Lebensziel, nämlich beim Vater zu sein.
Peter Nachtigal
